Kinder in Freiburg und Umland brauchen Hilfe e.V.

Vorstellung des Vereins KiFu e.V.

(Kinder in Freiburg und Umgebung brauchen Hilfe e.V.)

Anlässlich der erschreckenden Situation von betroffenen Kindern und Jugendlichen, die Opfer von Gewalt werden, haben wir uns entschlossen, vor Ort tätig zu werden. Aufgerüttelt wurden wir durch die aktuellen Missbrauchsprozesse in Freiburg, die ein bislang ungeahntes Ausmaß sexualisierter und roher körperlicher Gewalt gegen Kinder offenbart haben. Dies war jedoch nur Anlass für unsere Initiative, wir möchten ungeachtet der Medienaufmerksamkeit, die ein bestimmtes Opferschicksal auf sich zieht, insbesondere auch jenen helfen, deren Leiden oft im Dunkeln und Verborgenen bleibt.

Zunächst war die Überlegung, eine Benefiz-Veranstaltung durchzuführen und betroffenen Kindern und Kindern in betreuten Einrichtungen so eine kleine „Auszeit“, sei es eine kleine Reise oder einen besonderen Ausflug, zu ermöglichen. Damit haben wir die Vorstellung verbunden, dass es etwas Erleichterung verschafft, wenn man die Möglichkeit hat, und sei es auch nur für kurze Zeit, Abstand zum Alltag und traumatisierenden Erlebnissen zu gewinnen und für sich wieder ein wenig „Land in Sicht“ zu nehmen.

Wir, das war ein Zusammenschluss von Freiburger Kolleginnen und Kollegen des Amtsgerichts, der Staatsanwaltschaft, der Polizei und der städtischen Jugendhilfe im Strafverfahren, die kurzentschlossen im Herbst 2018 eine Party auf die Beine gestellt haben, zu der - weit über unsere Erwartungen gehend - über 150 geladene Gäste erschienen sind. Wir haben ferner viel tatkräftige Unterstützung erfahren durch Köche, Musiker, einen grandiosen DJ und eine gesponserte Gin-Bar. Über unsere letzte Veranstaltung „Sterne über Ettenheim“ mit vielen wundervollen Sponsoren vom 23.06.2019 berichten wir unter der Rubrik Veranstaltungen gesondert.

Der Zusammenschluss wird seit Oktober 2018, bereichert um einige Anwälte und sonstige Engagierte, in Form eines gemeinnützigen Vereins fortgeführt als KiFu e.V., der im Vereinsregister unter VR 702404 eingetragen ist. Wir sind zehn Menschen, die sich am Puls des Geschehens aus ähnlichen Gründen zusammengeschlossen haben und etwas bewegen möchten. Die Verfahren und Opferschicksale der letzten Jahre haben uns immer wieder berührt, manche Schicksale haben mich persönlich auch nicht mehr losgelassen und manche Bilder tauchen immer wieder einmal in meinem Kopf auf. Wenn die Prozesse vorbei waren, blieben manchmal Fragen wie „“Und was nun? Wie geht es weiter mit den Kindern oder Jugendlichen, um deren Schutz und für deren Rechte große Verfahren geführt wurden?“ Und es blieb ein schaler Nachgeschmack: „Das kann doch noch nicht alles gewesen sein, was wir tun können“. Wir haben es uns daher zur dauerhaften Aufgabe gemacht, Kindern in Freiburg und Umgebung, die Gewalterfahrungen erleiden mussten, unbürokratische Hilfe zu leisten, indem wir ihnen eine kleine Auszeit vom Alltag ermöglichen. Satzungsmäßige Zwecke unseres Vereins sind dabei u.a. Jugend- und Erziehungshilfe und die Unterstützung von Opfern von Straftaten.

Deutschlandweit sind alleine in 2016 mehr als 12.000 Ermittlungs- und Strafverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern geführt worden. Eine neue deutsche repräsentative Studie kommt sogar zu dem erschütternden Ergebnis, dass etwa jeder achte Erwachsene in Deutschland in seiner Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalterfahrungen machen musste. Die Folgen für die betroffenen Kinder variieren je nach Intensität der erlebten Gewalt, der Nähe im oft verwandtschaftlichen Verhältnis zum Täter, einem möglicherweise hinzutretenden Verrat durch eine Vertrauensperson und der Länge des Missbrauchs ganz erheblich. Sie stellen häufig ein lebenslang wirkendes traumatisierendes Erlebnis dar. Um diese Folgen für die Betroffenen nachhaltig zu mindern oder zu mildern, bedarf es eines beschützenden Rahmens und professioneller Hilfe, die jedem Opferkind entsprechend seiner individuellen Bedürfnisse zuteilwird. Aber oft wollen Kinder einfach nur abschließen, nach vorne blicken und positive Erfahrungen jenseits ihrer persönlichen Opferbetroffenheit machen, über die sie ihre Hoheit immer behalten. Auf diesem Weg wollen wir einen kleinen Beitrag leisten und betroffenen Kindern und Jugendlichen, die in der Freiburger Regio leben, etwas helfen und ihnen ein schönes Erlebnis ermöglichen, aus dem sie Kraft schöpfen können.

Ich darf Ihnen versichern, es gehörte zu den schönsten und beglückensten Erlebnissen dieses Jahres für mich, als ich mit unserer Opferanwältin Katja Ravat jeweils größere Geldspenden aus unserer ersten Veranstaltung an Einrichtungen, in denen Opferkinder einen Schutzraum haben und betreut werden, überreichen und die Freude der Betreuer erleben durfte über die Wertschätzung, die für ihre und unsere Schützlinge damit verbunden war. Und dass für die Kinder das Gefühl transportiert werden konnte: „Wir sehen in Euch Menschen mit Bedürfnissen, wir denken an Euch und wollen Euch unterstützen“ – unabhängig vom Ausgang etwaiger Strafverfahren, in denen selbstverständlich ein neutraler Abstand zu wahren ist. Die Kinder und Jugendlichen haben uns von den Sonnenscheinstunden, die sie dank unserer Spenden erleben durften, Bilder und Fotos geschickt, die wir bei unserer Veranstaltung „Sterne über Ettenheim“ in der Halle aufgehängt und die uns und die Gäste sehr berührt haben.

Wir planen für 2019 die zweite Auflage einer Party in der Kantina am Güterbahnhof am 20.09.2019 ab 19 Uhr, die neben dem Feiern auch dem Kennenlernen und der Vernetzung von Menschen dienen soll, die mit jungen Menschen arbeiten, die traumatisierende Erfahrungen machen mussten. Aber es sind auch weitere Veranstaltungen mit unterschiedlichen inhaltlichen Konzeptionen geplant, und wir freuen uns über weitere Mitstreiter, die unser Anliegen unterstützen. Kontakt kann aufgenommen werden unter 0179-2183778 (B. Stückrath) oder über folgende E-Mail-Adresse: kontakt@kifu-ev.de. Wir freuen uns ferner über Anregungen, Ideen, einzelne Unterstützungsangebote (beachten Sie hierzu auch den Veranstaltungsbericht Sterne über Ettenheim ebenso wie über weitere Fördermitglieder – und natürlich auch über Spenden in jeder Höhe unter IBAN: DE 92 6609 0800 0006 6360 98, BIC: GENODE61BBB.

Herzlichst, Ihre Dr. Birgitta Stückrath, Vorsitzende und Pressesprecherin